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Leserbriefe

16.12.2002

Zum Thema Windenergienutzung

BWK 54 (2002) Nr. 12, S. 20

In der BWK 12-2002 hat sich auf der Seite 20 leider ein Fehler eingeschlichen: Der dort abgedruckte Auszug des Leserbriefes stammt von Dr. Dietmar Ufer, Leipzig. Die Redaktion bittet das Versehen zu entschuldigen.

In der Oktoberausgabe des Energie-Fachmagazins BWK behandeln mehrere Beiträge das Thema Windenergienutzung. Gestatten Sie mir zu zwei Aufsätzen einige Bemerkungen bzw. Richtigstellungen.

Dr.-Ing. Martin Skiba: „Auf rauer See“, BWK 54 (2002) Nr. 10, S. 25 bis 28

Der Autor beschäftigt sich unter anderem mit der Wirtschaftlichkeit von Offshore-Windenergieanlagen (WEA). Er führt aus, dass die Wirtschaftlichkeitsgrenze von 2-MW- bzw. 5-MW-Anlagen bei 3 800 bzw. 3 200 Netto-Volllaststunden pro Jahr erreicht werden könne. Leider „vergisst“ er den Hinweis, dass diese Wirtschaftlichkeit nichts mit der Wettbewerbsfähigkeit von Offshore-WEA innerhalb des liberalisierten Elektrizitätsmarktes zu tun hat. Seine „Wirtschaftlichkeit“ ist rein betriebswirtschaftlicher Natur, die außer von den Kosten von der durch das EEG vorgegebenen Höhe der Einspeisevergütung abhängt. Es handelt sich hier nicht um eine marktwirtschaftlich, sondern primär politisch bedingte Größe. Um Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, müssten die Kosten der WEA im Bereich der vermiedenen Kosten der konventionellen Kraftwerke liegen, d. h. unterhalb 2 Ct/kWh. Davon sind sowohl Offshore- als auch Onshore-WEA weit entfernt!

Uwe Pagel: „Wissen, wie der Wind weht“, BWK 54 (2002) Nr. 10, S. 30 bis 31

Der Aufsatz beginnt mit einer Falschaussage: „Um die Unwägbarkeiten der Windenergie auszugleichen, mussten bislang zusätzliche Kraftwerkskapazitäten vorgehalten werden – mit allen unangenehmen Folgen, die damit verbunden sind, angefangen bei den unnötigen Kosten bis hin zum Kohlendioxidausstoß. All das könnte schon in 2003 der Vergangenheit angehören. Denn mit einem neuen Prognoseverfahren ...“

Wenn es gelingen sollte, zuverlässige Windprognosen zu erstellen (über die „Zuverlässigkeit“ sollten Fachleute das letzte Wort sprechen!), brauchte man also keine Kraftwerksleistung zur Überbrückung der windschwachen und extrem windstarken Zeiten mehr? – Tatsächlich kann man diese Zeiten (möglicherweise) genauer vorhersagen, auf konventionelle Kraftwerke kann man trotzdem nicht verzichten!

Dr.-Ing. Dietmar Ufer, Leipzig



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