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Leserbriefe08.05.2002 Fachbeitrag „Der ökologische Effekt der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung“BWK 54 (2002) Nr. 3, S. 58 bis 64
Man muss den Autoren zustimmen, wenn sie von der Gleichwertigkeit der Erzeugung von Kälte durch das Kompressionsverfahren und durch das Absorptionsverfahren bei reversibler Prozessführung sprechen. Allerdings scheint mir eine Verengung der Betrachtung der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung am Beispiel des Heizkraftwerkes im Vergleich zum Kondensationskraftwerk nicht zulässig, zumal das Heizkraftwerk andere Aufgaben zu erfüllen hat, die ihre Folgen haben. Ein Heizkraftwerk übernimmt die Aufgabe der Heizwärmeversorgung neben der Elektroenergieversorgung, weil es keinen Sinn macht, Elektroenergie ohne den Umweg über die Wärmepumpe in Heizwärme umzuwandeln. Da im Sommer das Heißwasser der HKW für Heizungen nicht benötigt wird, übernimmt die Absorptionskälteanlage die Rolle eines Kompensators für Energieüberschüsse einerseits und die Deckung von Defiziten andererseits. Man kennt die Probleme der Überlastung der Stromnetze in hochzivilisierten südlichen Metropolen in den Sommermonaten. Die Absorptionskältetechnik kann hier eine ähnliche Rolle spielen wie die Pumpspeicher-kraftwerke zur Deckung von Lastspitzen der Stromversorgung. Auch da wird man exergetische Kriterien nicht als Entscheidungskriterien verwenden. Eine wesentliche energiepolitische Bedeutung erhält die Absorptionskältetechnik aber bei der dezentralen Energieversorgung durch BHKW. Da im Sommer der Heizwärmebedarf nur gering ist, kann durch Absorptionskältetechnik ein sinnvoller Bilanzausgleich erfolgen. Vielfach kann man die anfallende Sekundärwärme gar nicht anders nutzen als zur Kälteerzeugung mit Absorptionskälteanlagen. Natürlich muss beachtet werden, dass man solche Lösungen nicht mehr mit einem Temperaturbereich um 40 ºC erreicht. Energiewandlungen sind in der Regel nur durch ein von der Außentemperatur unterschiedliches Temperaturniveau möglich.
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